Gemeinsam mit der Allianz für Beteiligung e.V. führte der Kreisdiakonieverband im Landkreis Esslingen am Samstag, 24. Januar 2026 einen Wahlkreistag im Diakonieladen Nürtingen durch. Dreiunddreißig zufällig geloste Nürtinger Bürgerinnen und Bürger verschiedener Generationen und unterschiedlicher sozialer Herkunft trafen sechs Mandatsträger und Mandatsträgerinnen aus dem Bundestag, dem Landtag und dem Gemeinderat zum gegenseitigen Austausch.

Bild: Allianz für Beteiligung, 30 zufällig ausgewählte Bürger*innen mit 6 Mandatsträger*innen

Tanja Herbrik, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbands bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Sie haben die Gelegenheit wahrgenommen, mit Menschen außerhalb ihrer Bubble ins Gespräch zu kommen und andere Perspektiven wahrzunehmen“, so Herbrik. „Demokratie und ein gutes Miteinander sind die Basis für eine funktioniere Gesellschaft und für unseren Sozialstaat. Das liegt uns als Kreisdiakonieverband am Herzen.“

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Hiller (CDU), Landtagsabgeordneter Dennis Birnstock (FDP) sowie Bärbel Kehl-Maurer (SPD Nürtingen), Clara Schweizer (Nürtinger Liste/Grüne), Dr. Michael Brodbeck (Freie Wähler) und Kristin Göthling (NT14) aus dem Nürtinger Gemeinderat nahmen sich nachmittags Zeit, um in Kleingruppen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen.

Das übergeordnete Thema war dabei die soziale Gerechtigkeit in Nürtingen, ein schwieriges Thema zu dem die Eingeladenen vormittags Fragen erarbeitet hatten, die mit den Politikern an Thementischen besprochen wurden. Dabei ging es nicht um politische Forderungen, sondern um das Teilen von Perspektiven, gegenseitigem respektvollen Zuhören und Verständnis. Den Nürtingerinnen und Nürtingern brannte vor allem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt und Umgebung unter den Nägeln. Hier wurde dringender Handlungsbedarf sichtbar, ohne dass die Lösungen dafür auf dem Tisch lägen. Klar wurde auch, dass Chancengerechtigkeit bei der Bildung und die Teilnahme, insbesondere von Frauen am Arbeitsmarkt nur mit einer guten und verlässlichen Versorgung an Kinderbetreuung möglich ist. Auch hier wurde dringender Bedarf nach Verbesserung sichtbar. Themen wie zunehmende Vereinsamung von Menschen und die oft mangelhafte Information und Vernetzung bestehender Angebote wurden ebenso diskutiert. „Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass bei uns vieles auch gut läuft“, so eine Teilnehmerin, die damit viel Zustimmung bekam. Einige Teilnehmende am Wahlkreistag erklärten sich bereit, an weiteren konkreten Problemlösungen bei Bedarf ehrenamtlich mitzuwirken und zeigten sich auch für weitere Beteiligungsformate offen. Ein ermutigendes Zeichen für die Veranstalter der Allianz für Beteiligung und des Kreisdiakonieverbands, aber auch für die Politikerinnen und Politiker. „Ich habe einiges mitgenommen“, zeigte sich Matthias Hiller mit der Veranstaltung zufrieden und sprach damit auch für die anderen Abgeordneten aus dem Landtag und dem Nürtinger Gemeinderat. Und Tanja Herbrik vom Kreisdiakonieverband meinte zufrieden: „Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir werden an solchen Beteiligungsformaten dranbleiben.“