Die SPD‑Fraktion im Nürtinger Gemeinderat steht zu ihrer Verantwortung, gute und verlässliche Betreuungsangebote zu sichern und gleichzeitig sorgsam mit den städtischen Finanzen umzugehen. Frühkindliche Bildung braucht qualifizierte Fachkräfte und stabile Strukturen – das ist eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig wissen wir, dass Familien in den vergangenen Jahren durch steigende Kosten für Lebensmittel, Energie und Wohnen stark belastet wurden. Jede Erhöhung der Elternbeiträge trifft sie zusätzlich.

Beitragsfreie Kita bleibt unser Ziel

Frühkindliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb erwarten wir, dass das Land Baden‑Württemberg die Kommunen künftig stärker unterstützt und die Kosten übernimmt. Solange dies nicht der Fall ist, müssen die Städte und Gemeinden schwierige Entscheidungen treffen und die Finanzierung verantwortungsvoll gestalten.

Transparenz und Verlässlichkeit stärken Familien

In unsere Beratungen haben wir die Stellungnahme des Gesamtelternbeirats der Schulen einbezogen. Besonders positiv bewerten wir die neuen Aufnahmekriterien mit dem Punktesystem: Sie schaffen mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Platzvergabe. Wichtig bleibt zudem eine verlässliche Betreuung, denn sie ist Voraussetzung dafür, dass Familie und Beruf vereinbar sind und insbesondere Frauen arbeiten können. Auch die geforderte Flexibilität bei den buchbaren Betreuungsstunden unterstützen wir ausdrücklich.

Soziale Staffelung: Starke Schultern tragen mehr

Ein zentraler Punkt für uns war die soziale Staffelung der Elternbeiträge. Die SPD‑Fraktion hat sich klar für die Beibehaltung der vierten Einkommensstufe ausgesprochen. Familien mit höheren Einkommen können einen höheren Beitrag leisten – das ist ein fairer und solidarischer Ansatz.

Dabei ist uns wichtig, die Diskussion sachlich zu führen. Ein Beispiel zeigt die Dimension: Der Unterschied zwischen der dritten und vierten Einkommensstufe beträgt bei zwei Kindern im Kindergartenalter lediglich 13 Euro pro Monat. Wer über mehr soziale Ausgleichsmöglichkeiten nachdenkt, könnte eher zusätzliche Einkommensstufen prüfen – andere Kommunen gehen diesen Weg bereits. Ob dadurch mehr Gerechtigkeit entsteht, kann unterschiedlich bewertet werden. Für uns gilt: Starke Schultern dürfen mehr tragen, auch im Interesse der gesellschaftlichen Mitte, die keine Unterstützungsleistungen erhält und dennoch hohe Kosten schultern muss.

Unser Ziel war ein System, das nachvollziehbar bleibt und gleichzeitig die soziale Leistungsfähigkeit der Familien berücksichtigt.

Verantwortungsvoll entscheiden

Verantwortung bedeutet für uns, alle Argumente sorgfältig abzuwägen und Entscheidungen nicht leichtfertig zu treffen. Genau das haben wir getan. Die SPD‑Fraktion stimmt der neuen Beitragsordnung zu und hält die Beibehaltung der vierten Einkommensstufe für den richtigen und sozial gerechten Weg.