Im Rahmen der diesjährigen Ein-Welt-Tage und Friedenswochen unternahm die SPD Nürtingen eine tief bewegende Exkursion. 30 interessierten Personen besuchten das „Hotel Silber“ in Stuttgart.

Dieser Ort, der heute als wichtiger Lern- und Gedenkort dient, war während der NS-Zeit die Zentrale der Gestapo in Württemberg – ein Ort unfassbaren Leids, der Verfolgung und des Terrors. Die Gräueltaten der nationalsozialistischen Diktatur dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Das „Hotel Silber“ regt eindrücklich zur Auseinandersetzung mit den Mechanismen von Ausgrenzung und Unterdrückung an.
Ein zentrales, zutiefst gefährliches Element der NS-Ideologie war die Vorstellung einer rassisch definierten und einheitlichen „Volksgemeinschaft“. Von den Mauern des „Hotel Silber“ aus überwachten und verfolgten die Gestapo-Mitarbeiter all jene, die in diesem menschenverachtenden System keinen Platz haben sollten – die sogenannten „Volksfeinde“.

Die Führung zeichnete anhand erschütternder biografischer Beispiele nach, mit welchen gnadenlosen Mitteln die Verfolger vorgingen, wie die Bevölkerung in die Überwachungsmaschinerie eingebunden wurde und welche verheerenden Folgen die polizeilichen Maßnahmen für die Opfer hatten. Besonders nachdenklich stimmte die Gruppe, dass dabei erschreckende Parallelen zu heutigen Sprachmustern und Mechanismen der Ausgrenzung offensichtlich wurden. Die Wege, wie Ausgrenzung, Hass und Verfolgung beginnen – oft durch Sprache und die Stigmatisierung von Minderheiten – sind zeitlos. Ein Besuch, der mehr als nur Geschichte vermittelt – er ist eine dringende Mahnung zur Wachsamkeit in der Gegenwart.
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