Wenn die politische Prominenz am Aschermittwoch auf den Andersdenkende losgeht, stehen bei der Nürtinger SPD eher versöhnliche Töne an. Der SPD-Ortverein nutzt den Tag um mit dem „Ei der Heckschnärre“ Personen oder Organisationen zu ehren, die sich im besonderen Maße für Nürtingen einsetzen. Wie die Heckschnärre, die aufrecht schnärrend ihr Revier verteidigt. So imitierte Wolfgang Wetzel mit Lineal und Kamm den Ruf des Wachtelkönigs, wie er auch genannt wird und legte dar wie er 1962 das letzte Mal in Nürtingen gesehen wurde. Der seltene Vogel, der etwa so groß wie eine Taube ist steht nunmehr auf der roten Liste, so Wetzel.

Seit 1984 verleiht der SPD-Ortsverein das Ei der Heckschnärre, das auf einem roten Kissen symbolisch überreicht wird. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den Tagestreff in Nürtingen.

Im Bild (von links) in der Kreuzkirche: Jana Seufert (Bereichsleiterin Ambulante Dienste mit der Verleihungsurkunde), Regine Glück (ehemalige Leiterin), Bärbel Kehl-Maurer (OV-Vorsitzende), Jürgen Müller (OV-Stellvertreter), Rose Kaiser (ehrenamtliche Mitarbeiterin mit dem symbolischen Ei der Heckschnärre) und Katja Seeger (Mitarbeiterin).

Nach der Gründung gibt es den Tagestreff nunmehr fast 30 Jahre

In einer Gesprächsrunde, von Bärbel Kehl-Maurer moderiert, wurden die Anfänge des Tagestreffs und die Angebote am heutigen Standort in der Paulinenstraße erläutert. Der Tagestreff in Nürtingen ist ursprünglich aus einer ökumenischen Initiative der evangelischen und katholischen Kirche in Nürtingen hervorgegangen und wurde 1997 von Regine Glück mit gegründet. Die Trägerschaft hat die Evangelische Gesellschaft übernommen. Frau Glück berichtete von den Anfängen, die Suche nach Räumlichkeiten und vieles mehr. Frau Seufert, Bereichsleiterin Ambulante Dienste stellte vor, welche Angebote nach fast 30 Jahren heute über den Tagestreff abgedeckt werden. Dazu zählen Mittagessen die von Ehrenamtlichen frisch zubereitet werden, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Gesprächsangebote wie die Möglichkeit im Internet zu surfen. Auch die Tageszeitung liegt aus und das Telefon steht zur Verfügung. Nicht nur Wohnungslose nutzen das Angebot, zudem kämen einsame Menschen dort hin. Frau Kaiser und Frau Seeger sind zwei von rund 20 meist ehrenamtlich Mitarbeitenden und berichteten über ihre Erfahrungen. Ehrenamtliche sind Brücken in der Gesellschaft sagt Glück. Immer wieder bekommen die Frauen Applaus. Bürgermeisterin Annette Bürkner stimmt zu und erläutert, dass durch den Tagestreff Grundbedürfnisse abgedeckt werden. Die Stadt unterhält einen engen Kontakt zum Tagestreff.

Die SPD wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass solche Einrichtungen nicht vergessen oder vom Rotstift bei der Finanzierung getroffen werden.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch die Straßenphilharmoniker, die viel Beifall bekamen. Am Ende stimmten die Musiker noch ein „happy birthday“ für Wolfgang Wetzel an, der an diesem Tag einen runden Geburtstag feiern durfte.